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Stadtwerke verkaufen Schienennetz

Nordhausen: Schienennetz und Loks an Erfurter Unternehmen verkauft. Im Nordhäuser Süden haben mehrere Firmen einen eigenen Bahnanschluss. Darunter Schachtbau, Kielholz & Rybicki, der Rohstoffhandel und das Getreidelager der Raiffeisengenossenschaft.

12.06.2015 |

Letzteres fährt im Jahr 25.000 Tonnen Getreide über die Schienen ab. 

Ab dem Hauptbahnhof betreiben bisher die Stadtwerke das Netz. Mit den Rangierloks V18 und V22 bringen sie die befüllten Waggons auf die Hauptstrecke. Dort übernehmen andere Transporteure, denn für das Netz der Deutschen Bahn haben die hiesigen Verkehrsbetriebe keine Lizenz. 

70.000 Euro kostet der Betrieb derzeit im Jahr. Diese Summe will man nach dem Verkauf der Gleisanlagen und dazugehörigen Grundstücke, der Lokschuppen und der beiden Lokomotiven sparen. Das Erfurter Unternehmen Raildox will all dies erwerben. Der Stadtrat ermächtigte den Oberbürgermeister Mittwochabend, die Sache in Gang zu setzen. Und hat dabei auch an ein Hintertürchen gedacht: Wenn Raildox den Betrieb einstellen sollte, fällt alles zu den gleichen Bedingungen an die Stadtwerke zurück. 

Deren neuer Chef, Olaf Salomon, bezeichnet den Verkauf als richtigen Schritt. Raildox könne das Schienennetz, das sich vom Hauptbahnhof über die Robert-Blum-Straße bis zum Gewerbegebiet an der Südstraße schlängelt, besser ausnutzen. Unter anderem kündigte die Firma an, die Gleise auch für die Ausbildung von Personal zu nutzen. Hinzu komme, dass die beiden Loks im Jahr 2016 beziehungsweise 2017 zur Hauptuntersuchung müssen. Das hätte die Stadtwerke rund 24.000 Euro gekostet. 

Schon bisher sei der Betrieb der Güteranschlussbahn ein Verlustgeschäft gewesen, aber unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftsförderung und der Klimafreundlichkeit aufrecht erhalten worden. Mit dem Verkauf könne man das weiter gewährleisten. Die Transporte von Schrott und Getreide liefen wie bisher weiter. 

 

Thomas Müller / 09.05.15 / TA / Z0R0008614169